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Frühe Traumata (vor, während und unmittelbar nach der Geburt)

Vor allem der Prä- und Perinatalpsychologie fühle ich mich schon viele Jahre sehr verbunden. Sie befasst sich mit der Bedeutung des vorgeburtlichen und geburtlichen seelischen Erlebens und erforscht die kurz- und langfristigen Auswirkungen auf das spätere Leben.

Unsere sensibelste Lebenszeit bildet unser Lebensanfang, d.h. die Phase vor während und nach unserer Geburt. In dieser Zeit werden all unsere grundlegenden Körpergefühle, Emotionen, unser Denken und Handeln sowie unsere gesamten Bindungsmuster entscheidend geprägt.
Intrauterin (im Bauch der Mutter) erfolgte Bedrohungserlebnisse oder traumatische Geburtserfahrungen können unbewusst wie eine Art Ur-Matrix das spätere Leben des Erwachsenen beeinflussen. Die frühesten Erschütterungen stellen dabei ein Urtrauma dar, welches zu basalen frühen Spaltungen führt und als sogenanntes Trauma der Identität.

Diese frühen traumatischen Erlebnisse sind tief verdrängt, werden nicht bewusst erinnert, sind aber im sogenannten impliziten Körpergedächtnis gespeichert und wirken dort weiter. Unverarbeitet können sie den betroffenen Menschen in einer chronischen vegetativen Übererregung halten und zu seelischen und körperlichen Symptomen führen. Auf der psychischen Ebene bleibt er unbewusst gefangen in Traumaüberlebensstrategien.
Zudem können durch entsprechende Trigger (Auslöser) im Hier und Jetzt, jederzeit  frühe Traumata reaktiviert werden. Manchmal reichen hierfür kleinere, für Außenstehende zumeist nicht nachvollziehbare, alltägliche Stressoren. Das kann auch eine bloße Sinneswahrnehmung sein wie z.B. ein bestimmtes Geräusch, ein Geruch, ein Geschmack.
(Es ist z.B. wissenschaftlich gesichert, dass ein Kind im Mutterleib ab der 14. Woche hören kann. Allerdings existieren berechtigte Vermutungen, dass es schon sehr viel früher auf akustische Reize reagiert - wahrscheinlich nimmt es das Rauschen des Blutes sowie den Herzschlag seiner Mutter wahr, noch bevor sein eigenes Herz ab der 8. Woche zu schlagen beginnt.)

Einschneidende Lebensereignisse und Umbruchphasen wie z.B. Trennungssituationen, Prüfungen, Unfälle, Operationen, Schwangerschaft und Geburt eigener Kinder können ein eigenes Geburtstrauma stimulieren.
 
Auch belastende Erfahrungen unmittelbar nach der Geburt wie die Trennung von der Mutter, medizinische Untersuchungen des Säuglings oder intensivmedizinische Betreuung von Frühchen, können sich als frühe tiefe Erschütterung (und bedingt durch die Spaltung als Reaktion auf das Trauma,) dauerhaft auf das spätere Erleben auswirken.

Menschen mit frühen traumatischen Erfahrungen neigen dazu, diese im späteren Leben unbewusst zu reinszenieren, d.h. das traumatische Erleben aus der Vergangenheit im Hier und Jetzt zu wiederholen.Körper-Psyche-Spaltung



Die unbewusste und oft nur in Form von Körperempfindungen, - symptomen oder auch symbolischen (Traum-)Bildern sich manifestierende frühe Erfahrung, die häufig das gesamte spätere Erleben beeinflusst, wird in vielen Therapien leider noch immer nicht berücksichtigt. Viele Psychotherapien, Körperpsychotherapien und auch Traumatherapien befassen sich häufig mit späteren Erlebnissen innerhalb der (Trauma-)Biographie von Menschen, ohne das Bewusstsein um ein eventuell zugrundeliegendes Identitätstrauma.

Die identitätsorientierte Psychotraumatherapie kann dabei helfen, zu erkennen, ob und wann wir schon sehr früh in unserem ursprünglichen Sein erschüttert wurden und uns dadurch haben spalten müssen.
Im Therapieverlauf können wir uns selbst wieder dort begegnen und durch emotionale Prozesse "abholen", wo wir uns einst verloren haben. An der Stelle, an der wir ursprünglich unsere gesunde Ich-Entwicklung aufgegeben haben.
 

Siehe auch unter Mutter-Kind-Bindung.

Das Buch "Frühes Trauma" von Franz Ruppert widmet sich dieser Thematik auf sehr umfassende Art und Weise.


Ich bin Mitglied der International Society for Pre- and Perinatal Psychology and Medicine (isppm e.V.). Die isppm hat es sich zum Ziel gemacht, die Bedeutung der prä- und perinatalen Erfahrungswelt in interdisziplinärem Austausch wissenschaftlich zu erforschen, das gewonnene Wissen zu verbreiten, praktisch umzusetzen und ist um gesellschaftspolitischen Einfluss bemüht.